ecce artifex, ecce quod facit home






















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de picturis meis

Man sagt die
Photographie sei eine analytische Disziplin, die Malerei hingegen eine synthetische.
Manche Menschen haben eine analytische Vorstellungskraft, manche eine synthetische. Manche haben auch gar keine. Ich verfüge zweifellos über sehr viel Vorstellungskraft. Ob nun analytisch oder synthetisch... für meine Arbeit brauche ich beide.

Die Photographie ist dabei mein "Assistent", mein treuer Diener und Begleiter, während die Malerei mein Medium und Element ist.

Malen ist eine der forderndsten und intensivsten Tätigkeiten, die ich kenne.
Beim Malen ist es mir unmöglich an etwas anderes zu denken, als an das, was ich gerade mache. (Ganz ähnlich wie beim spielen eines Musikinstrumentes.) Ich versinke buchstäblich in meine Arbeit. Wenn ich male gibt es nur meine Augen, mein Werkzeug und meine Hände.
Außerdem brauche ich zum Malen Zeit und Konzentration. Am liebsten bin ich dabei ganz allein.
Ich vermeide Störungen, Telefonanrufe, mails. Es können Stunden vergehen, die mir wie Minuten vorkommen. Ich stelle mir sogar den Wecker, um die Zeit und alles andere nicht zu vergessen. Wenn ich male gibt es nur noch die Malerei.

Bei der Suche nach Motiven und Modellen ist es ganz anders. Wenn ich auf "Motivjagt" gehe, nehme ich meinen Fotoapparat und stelle alle Sinne "nach außen". Ich gehe durch die Stadt und beobachte. Manchmal habe ich ein bestimmtes Ziel, manchmal nicht. Wenn ich etwas oder jemanden gefunden habe, nehme ich mir Zeit zum Beobachten. Es kommt vor, dass ich auch nur beobachte... um zu einem späteren Zeitpunkt  wieder zu kommen. Ganz nach Gefühl. Wenn es die Situation erlaubt, dann unterhalte ich mich auch, versuche einen Teil der Persönlichkeit einzufangen. "Näher" heranzukommen. Das ist wichtig für das Bild nachher. Die Wahl meiner Motive ist intuitiv. Mich interessiert Seltsames, Unscheinbares, Schönes, Abstoßendes, Unaussprechliches  -  Dinge die leicht außerhalb des Gewöhnlichen liegen. Dabei urteile ich nicht. Ich nehme einfach auf. Dokumentiere. Nicht mehr, nicht weniger.

Man kann sich heute bei der Betrachtung von Fotos nicht mehr sicher sein, was echt und was nachbearbeitet ist.
Bei der Malerei stellt sich die Frage nach der Echtheit nicht. Malerei, wenn gleich dokumentarisch, ist immer gefiltert durch das Auge und die Hand des Malers. Aber  gleichzeitig fügt der Maler seinem Bild seine eigene Wahrheit bei.
Genau in dieser Wahrheit liegt die große Stärke der Malerei.

Meine Bilder sind Momentaufnahmen, aber ganz selbstverständlich und selbstständig fließt mein Wissen um das Vorher und das Nachher des Momentes, mein Wissen um die gesamte Situation in meine Malerei mit ein. Aus Momentaufnahmen werden Geschichten. Und genau darum geht es mir.

Einem chinesischen Sprichwort zufolge, macht eine gute Geschichte aus Augen Ohren.
Ein guter Maler hingegen macht aus einem Bild eine Geschichte.

Dankeschön.


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